Artikel von Admin istrator • 30.08.2017, 11:31:53 Uhr
Abtauchen in die Kreativität: Maskenbildnerin

Ich weiß, dass es für viele schwer ist den richtigen Beruf zu finden und eine Entscheidung zu treffen. Seit nun mehr als einem Jahr arbeite ich als selbständige Maskenbildnerin in Köln und kann sagen: ich habe ihn gefunden. Ich arbeite für Film- und Fernsehproduktionen, Theaterinszenierungen, Events und Fotografen. Zu meinen Kunden gehören zum Beispiel: Warner Bros., Mediakraft und Norddeich. Meine Aufgabe ist es, mich um das Aussehen von Schauspielern, Models, oder Privatkunden zu kümmern.

Dabei ist nicht nur wichtig, dass Haare und Make-up sitzen, sondern auch das sie sich am Set wohl fühlen. Ich klebe Glatzen und Perücken, gestalte Wunden und verwandle sie so in komplett andere Personen. Zu Events wie Karneval und Halloween wird es bunt mit Face- oder Bodypaintings. Mit zwölf Jahren, bin ich dem Kinder- und Jugendtheater „Tohuwabohu“ beigetreten. Während des jahrelangen Schauspielunterrichts, habe ich auch die Arbeit hinter der Bühne kennen gelernt. Mich faszinierte es total, was Maskenbildner schon alleine durch Farbe erzielen konnten und habe so zusätzlich bei mehreren Stücken die Maske übernehmen dürfen.

Das ich etwas kreatives machen möchte, war mir schon früh klar und durch verschiedene Praktikas, hat sich mein Wunsch gefestigt. Für Köln habe ich mich aufgrund der Medienpräsenz und der Akademie „die maske“ entschieden. Voraussetzung für den Maskenbildner ist bei der „maske“ eine Visagisten Ausbildung. Dabei habe ich alle Grundlagen zum Umgang mit Make-up gelernt. Zu Beginn war esecht schwer für mich, weil ich dachte dass ich es nie lernen würde und auf so vieles achten musste. Durch YouTube Tutorials wird oft falsches Wissen vermittelt. Die meisten Jungs hören während der Ausbildung, alles zum ersten mal und haben so den Vorteil es direkt richtig zu erlernen. Das ist nämlich viel leichter als einmal beigebrachte Fehler wieder zu korrigieren. Ich habe im Vorfeld keine Friseurausbildung abgeschlossen, weil ich mich nicht auf Haare spezialisieren und schneller ins Berufsleben einsteigen wollte. Deshalb musste ich noch die Ausbildung zur Hairstylistin absolvieren.

Ich denke, dass individuell entschieden werden muss, für welchen Weg man sich entscheidet, aber für mich war es so der Richtige. Nun konnte endlich mein Traum von der Maskenbildner Ausbildung losgehen. Ich hatte Zeichen- und Bodypainting Unterricht, habe in der Werkstatt das Knüpfen von Haarteilen gelernt und auch das Abgießen von Gesichtern für den Maskenbau. Denn neben dem ganzen künstlerischen lebt der Beruf auch von seinem Handwerk. Nach Beendigung der Ausbildung, wurde ich in die Agentur übernommen und arbeite nun zu einem Teil mit dieser zusammen und zum anderen selbständig für die verschiedensten Unternehmen.

Maskenbildner ist ein toller und abwechslungsreicher Beruf, bei dem jeder Tag verschieden ist. Ich bin viel unterwegs und habe nicht nur Köln schon mit allen Ecken und Kanten kennengelernt, sondern war auch bei Aufträgen in den verschiedensten Städten Deutschlands und im Ausland. Es ist ein schönes Gefühl Teil einer Produktion zu sein, weil ich über die Zeit immer neue, tolle Menschen kennen gelernt habe und die Arbeit mit den Schauspielern und Kollegen Spaß macht. Ich erinnere mich gut an den Moment, als ich meinen Namen das erste mal im Abspann bei einer Premiere im Kino gelesen habe und werde das Gefühl, dieses kleinen Meilensteins, sicher nie vergessen. Bei Bodypaintings fällt mir auf, wie sehr ich mich manchmal in meiner Arbeit verliere. Ein Bodypainting dauert meist über sechs Stunden, was für das Model sehr anstrengend und eine ziemliche Herausforderung ist, da es einen Großteil der Zeit im stehen verbringen muss. Der Körper als Leinwand, war für mich eine ganz neue Dimension meiner Arbeit, mit viel mehr Platz um sich kreativ auszutoben. Ich glaube ich mache Bodypaintings am liebsten, weil es total beruhigend auf mich wirkt und der Prozess das ist was zählt. Zu sehen wie es entsteht ist auch für Zuschauer immer ganz neu, spannend und vor allem nicht alltäglich. Wenn ein Bodypainting beendet ist, werden meist nur noch Fotos gemacht und es wird präsentiert.

Danach geht das Model duschen und die vielen Stunden Arbeit sind weg, nur auf Bildern festgehalten. Aber so spannend dieser Beruf auch ist, bringt er natürlich auch Herausforderungen mit sich. Einen normalen Tagesrhythmus gibt es nicht, denn meist ändern sich die Arbeitszeiten täglich und ein Drehtag dauert oft über 12 Stunden. Als Selbständiger gibt es keinen Schutz vor genug Ruhezeit zum nächsten Job, worunter mein Schlaf häufig leiden muss. Auch die Ernährung ist durch die unterschiedlichen Pausenzeiten oft durcheinander und trotz allem sollte auch das Pflegen von Kontakten nicht vernachlässigt werden. Das hat mich zu Beginn oft etwas überfordert, wurde aber natürlich immer besser mit der Zeit.

Manchmal beginnt ein Arbeitstag schon um 5 Uhr morgens. Das ist im Winter gar nicht schön, weil ich dann oft auch erst nach Hause komme, wenn es schon wieder dunkel ist. Nachtdrehs fangen hingegen meist am Abend an und dann fall ich ins Bett, wenn andere zur Arbeit fahren. Auch daran musste ich mich am Anfang sehr gewöhnen und habe viel Traubenzucker gegessen, um konzentriert bleiben zu können. An Wochenenden und Feiertagen finden oft Events statt, zu denen gerne Masken gebucht werden. An Wochentagen habe ich hingegen häufiger frei und kann entspannt einkaufen gehen, wenn andere arbeiten. Da am Set viel gestanden wird, mache ich Sport um ausgeglichen zu bleiben und Rückenproblemen vorzubeugen, die durch die gebückte Haltung beim schminken oder die schwere Maskentasche entstehen könnten. Trotz der langen Wartezeiten bei einem Dreh, muss ich immer auf Abruf bleiben und fit sein. Ruhe und Spontanität sind hilfreich wenn sich kurzfristig etwas ändert und schnell reagiert werden muss. Maskenbildnerin zu sein ist für mich sehr erfüllend. Ich wachse mit jedem Auftrag nicht nur an Leistung und Erfahrung, sondern auch an mir selbst. Ein Traum von mir ist es, einen deutschen Kinderfilm als Maske zu unterstützen.

Die Arbeit mit den Kindern und Jugendlichem am Set würde mir sehr viel Spaß machen, vor allem zur heutigen Zeit, in der viele Helden meiner eigenen Kindheit verfilmt werden. Ich arbeite jeden Tag dafür, dies irgendwann zu erreichen und so in der Filmindustrie noch besser Fuß fassen zu können. Im Internet bin ich auf vielen Maskenbildner Foren vertreten. Besucht gerne meine Webseite www.farbenkarusell.de oder bekommt täglich Updates auf meinem Instagram Account farbenkarusell.

 

 

Titelbild:© Rebekka Zeiss
Inbild: © Rebekka Zeiss
Text: © Rebekka Zeiss

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