Artikel von Admin • 19.06.2017, 23:00:59 Uhr
#GoslingGate

Es ist nichts Neues, dass deutsche Film- und Fernsehpreisverleihungen stets eine unangenehme Wolke umgibt.
Vergleichbar mit Familienfeiern. Bei welchen die leicht angetrunkene Tante einfach nicht aufhört platte Anekdoten und Witze zu erzählen, wobei allen Anwesenden vollkommen klar ist, dass die Hälfte dieser schön - schaurigen Geschichten vollkommen erfunden ist.
Zu laut, peinlich berührend, schlicht und einfach unangenehm.
Auf welchen man das dumpfe Gefühl hat, dass irgendetwas nicht stimmt, man aber auch nicht wirklich Lust hast sich mit dem Problem zu beschäftigen und stattdessen lieber die Spülmaschine in der Küche einräumen geht.
So war es auch am letzten Samstag bei der Verleihung der Goldene Kamera erst einmal gar nicht seltsam, als ein offentlsichtliches Ryan Gosling Double die Bühne betrat, um den Preis für „La La Land“ als „Bester internationaler Film“ entgegen zu nehmen.
Das schien nun auch nicht deplatzierter, als eine goldene Kamera für Nicole Kidman oder Colin Farrell, welcher "vor und hinter der Kamera als absoluter Kumpeltyp gilt, der nicht nur Frauenherzen höher schlagen lässt, sondern mit seiner unglaublichen Präsenz Menschen weltweit begeistert!" – so die Jurybegründung.

Als aber nun der Fake Ryan den, vom leicht verwirrt dreinblickenden Steven Gätjen überreichten, Preis mit schlechtem englischen Akzent Joko und Klaas widmete, da schien das Ganze auf einmal doch noch richtig spaßig zu werden.

„ Wenn du aus Hollywood kommst und während einer Preisverleihung zufällig in Deutschland bist, bekommst einen Preis. Das so Gesetz!“

Rund sechs Wochen hat die Redaktion von Circus Halli Galli das „GoslingGate“ geplant.
Mit nur einer Email der Fake-Booking-Agentur Conrad, Hertz & Gravemann gelang es der CHG-Redaktion, den Veranstaltern der Goldenen Kamera den Fake-Gosling unterzujubeln.

Was dann geschah und in der Auflösung am vergangen Dienstag bei Circus Halli Galli zu sehen war, ist eine wahre Freude.
Kein roter Teppich, keine Werbung, keine soziale Netzwerke und auch keinerlei Treffen im Voraus - so die Bedingungen der vermeidlichen Agentur an den Veranstalter der Goldenen Kamera, damit Ryan Gosling erscheinen würde.

Aber im Besonderen: „Wenn Ryan Gosling keine Goldene Kamera bekommt, bekommt die Goldene Kamera keinen Ryan Gosling“.

Und so kam es, dass die Veranstalter der Goldene Kamera, eine der renommiertesten, glamourösesten Preisverleihungen Deutschlands, beschloss, einfach eigens für Ryan Gosling die Kategorie „Bester Film International“ zu erschaffen, sodass der La La Land- Schauspieler eben doch eine Trophäe entgegen nehmen konnte.

Und das tat Ludwig Lehner, Koch aus München, schließlich auch, am Samstagabend, live im ZDF.

 

Absolut unverständlich fordert die verantwortliche Funk Mediengruppe nun den Preis zurück.
Selten war eine Auszeichnung für großartige Unterhaltung doch so gerechtfertigt, wie bei diesem „GoslingGate“

Danke Joko und Klaas, danke Circus HalliGalli! 

 

 

Foto: © conradhertzgravemann.com
Text: Vanessa Linnemann

 

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