Artikel von Admin • 19.06.2017, 23:09:54 Uhr
"Kriminaloperette ohne Gesang"

Wer sich etwas mit dem deutschen Film befasst, wird den Namen Axel Ranisch schon einmal gehört haben.
Nicht erst seit Alki Alki wird er für seine Filme und Arbeit mit Lob und Preisen überhäuft.
Dabei arbeitet Axel Ranisch eher unkonventionell. Er gehört zusammen mit etwa den Lass Brothers , Aron Lehmann, Isabell Šuba oder Philipp Eichholtz zu dem Kreis des „Berliner Flows“ – einer Art German Mumblecore könnte man sagen.
Eine Gruppe von deutschen Filmemachern, deren Schauspieler keinen Text aufsagen, sondern die ihren Figuren durch Improvisation Leben einhauchen. Fernab von festen Dialogen und daher auch häufig ohne das entsprechende Geld des geförderten Drehbuchs. Deutsche Filme, die mutig sind, frech und anders.

Aufbauend auf seinem mehrfach ausgezeichneten Diplomfilm „Dicke Mädchen“ hat Axel Ranisch zusammen mit den Damen und Herren von „Sehr gute Filme“ ein Manifest erfasst, welches dieser Art des Filmemachens einen Rahmen gibt. Das „Sehr gutes Manifest“.

„Der Sehr gute Film #1 "Dicke Mädchen" entstand in absoluter Freiheit, ohne Geld, ohne Team, ohne Vorgaben, ohne Drehbuch, ohne Verwertungsziel, ohne Produktionsfirma und ohne Sehr gute Filme, sondern einfach nur aus einer Leidenschaft für die Geschichte und die Figuren.
Und das Erstaunliche daran war: Es geht !
Man kann einen Film drehen. Einfach so.
Und man muss niemanden folgen außer der eigenen Intuition.
Und weil es so verdammt viel Spaß macht und sich frei und richtig anfühlt, haben wir unsere eigenen Regeln aufgestellt, nach denen wir arbeiten wollen, damit wir uns nicht irgendwann unterwegs wieder vergessen.
Das Sehr gute Manifest“

Und er hat Recht, es kann funktionieren. Man sieht es zum Beispiel auch an Philipp Eichholtz großartigem Film „Luca tanzt leise“, welcher ebenfalls an diesem Manifest angelehnt ist.

 

 

 

"Tatort mal etwas anders"

Doch was passiert, wenn man eine feste Intuition, wie es der Tatort ist, nun nach diesem Manifest drehen möchte?
Chronologisch und ohne ein ausformuliertes Drehbuch.
Improvisierte Szenen auf der Basis eines Treatments.
Und was wäre, wenn die Schauspieler selbst gar nicht wüssten, wer der Mörder sein würde?

Das wäre verrückt, neu, unkonventionell und mutig.
Mit dem morgigen Ludwigshafener Tatort hat sich Axel Ransich genau das getraut.
Gemeinsam mit dem bekannten Ensemble um Lena Odenthal und Darstellern des Amateurtheaters Hemshofschachtel erarbeitete er den Tatort Babbeldasch.

 

Tatort mal etwas anders. Das Ergebnis seht ihr wie gewohnt.
Sonntag Abend, 26.02., 20:15 ARD

 

 

Foto: © SWR/ Martin Furch
Text: Vanessa Linnemann

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