Artikel von Admin • 19.06.2017, 23:40:40 Uhr
Neu im Kino: Wir sind die Flut

 

 

Jedes Jahr im Februar findet mit der Berlinale Deutschlands größtes und neben Cannes und Venedig auch eines der weltweit bedeutendsten Filmfestivals der Welt statt.
Auf roten Teppichen und den unterschiedlichsten Partys trifft hier die Branche auf die kleinen und größten Stars eben dieser.
Neben dem Wettbewerb um einen der beliebten Bären als zentrale Sektion, präsentiert die Berlinale in jedem Jahr eine Vielzahl weiterer Sektionen, wie etwa die Retrospektive, die Berlinale Shorts oder unsere liebste Sektion, die Perspektive Deutsches Kino.

„Die Perspektive Deutsches Kino zeigt inhaltliche und stilistische Trends beim deutschen Film-Nachwuchs, Bekanntes und Unerwartetes. Die Sektion gibt einen Ausblick auf das zukünftige Profil des deutschen Kinos. Sie fördert Regie-Talente, die mit ihren Ideen und deren visueller Umsetzung dabei sind, sich einen Platz in der etablierten deutschen Kinolandschaft zu erobern.“

Ein Film, der in diesem Jahr auf der Berlinale wohl wie kein anderer für eben diese Perspektive im Deutschen Kino stand, ist die abendfüllende Spielfilm Kooperation der Filmakademie Baden- Württemberg, mit der Filmuniversität Babelsberg.
                                                         Wir sind die Flut 
Ein Science-Fiction-Mystery-Film mit philosophischer Note des Regisseurs Sebastian Hilger.
Ganze zehn Diplomarbeiten sind im Rahmen der von November bis Dezember 2014 gedrehten Produktion entstanden.
 

 

"Die Geschichte hat etwas Mysteriöses, etwas Unheimliches."

Vor 15 Jahren ist vor der Küste von Windholm das Meer verschwunden und mit ihm die Kinder des kleines Ortes. Ihre Leichen konnten nie gefunden werden.

Die Ursache dieses Phänomens ist bis heute ungeklärt und treibt die Anwohner des Dorfes vor Trauer und Angst in eine tiefe Lithargie.
Mit einer neuen Theorie zur Gravitationanomalie scheint der junge Physiker Micha eine mögliche Erklärung für das ungewöhnliche Naturereignis gefunden zu haben.
Als Micha aus Frust über die Ablehnung von Forschungsgeldern fluchtartig auf eigene Faust eine Reise nach Windholm antritt, begleitet ihn seine Kollegin und Exfreundin Jana.

Nach den ersten wissenschaftlichen Tests und Messungen, schlägt die rationale Herangehensweise der Beiden schnell in Emotionen um, die sich aufgrund seltsamer Ereignisse in Windholm nicht mehr kontrollieren zu lassen scheinen.


Und leider verliert man sich hier als Zuschauer etwas.
Die Zusammenhänge werden zunehmend fantastischer und verlieren sich im Pathetischen. Alles scheint möglich.


Hier zeigt sich, dass die Zusammenarbeit zweier so großer Filmschulen, eine bekannt für ihre kunstvollen Filme und die andere für Genrefilme, neben den enormen Vorteilen, eben auch Stolpersteine mit sich bringt. Wenn sich eben alle von ihrer besten Seite und damit etwas zu viel zeigen wollen.
Doch auch wenn das ein klein wenig Schade ist, tut es der Begeisterung für Wir sind die Flut keinen Abbruch.
Nicht ohne Rund ist vom deutschen „Interstellar“ die Rede. Schon der Trailer zeigt, was damit gemeint ist.
Sebastian Hilger beweist ein unglaubliches Gespür für Stimmungen und schafft, gemeinsam mit dem Kameramann Simon Vu, bewegende, atmosphärische Bilder, die einen berühren und im Gedächtnis bleiben.

Wenn Max Mauff und Lana Cooper in ihren Raumfahrtanzügen durch das Wattenmeer stampfen und dann bei den weiten Bildern der Ebbe bis zum Horizont  der unglaublich starke Soundtrack einsetzt, beigesteuert von Leonard Petersen und dem Deutschen Filmorchester Babelsberg, kommt diese Freude auf. Da ist er doch, der deutsche Genrefilm den alle so verzweifelt suchen.
 

Nach einer Reihe von Vorpremiere feiert Wir sind die Flut am 10.November seinen offiziellen Kinostart.


Genrefilm Baby!

 

 

 

Fotos: © Wir sind die Flut/Facebook
Text: Vanessa Linnemann

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