Artikel von Admin istrator • 26.04.2018, 21:20:31 Uhr
Social Spots 2018 „Gegen Gewalt an Frauen” für Medica Mondiale

Mit Filmkunst gegen Gewalt an Frauen: Zum Weltfrauentag 2018 werden fünf Social Spots von Studentinnen der KHM erstmals veröffentlicht.

Die Kurzfilme entstanden in Kooperation mit der Kölner Frauenrechtsorganisation medica mondiale.

Studentinnen der Kunsthochschule für Medien Köln haben fünf Social Spots entwickelt und realisiert, die über das Thema sexualisierte Gewalt aufklären und auf die Arbeit der international tätigen Frauenrechtsorganisation medica mondiale aufmerksam machen sollen. „Jede vierte Frau in Deutschland erlebt mindestens einmal in ihrem Leben körperliche oder sexualisierte Gewalt. Die Spots der KHM-Studentinnen tragen dazu bei, dies öffentlich zu machen und regen zum Nachdenken über die Ursachen und Folgen von Gewalt an“, fasst Sybille Fezer, geschäftsführende Vorstandsfrau von medica mondiale, das Anliegen der Zusammenarbeit mit der KHM zusammen. In ihren Filmen setzen sich die KHM-Studentinnen Sophie Dettmar, Jelena Ilic, Hannah-Lisa Paul, Luka Lara Charlotte Steffen und Augustina Sánchez Gavier mit den Themen Scham und Solidarität, aber auch mit den Tätern auseinander. Wie reagiert die Polizei, wenn ich eine Vergewaltigung anzeige? Wie verarbeite ich das Erlebte? Wie setze ich mich zur Wehr? „Die Filme zeigen die Kraft der Frauen und machen sie nicht erneut zum Opfer", sagt Sybille Fezer, "damit leisten sie einen wichtigen Beitrag zur aktuellen Diskussion um Geschlechtergerechtigkeit.“ 

Entstanden sind die Konzepte für die Social Spots noch vor der #metoo Debatte im Werbefilmseminar unter der Leitung von Lars Büchel, Professor für Spielfilm und Werbefilm an der KHM. Nach intensiver Beschäftigung mit dem Thema wurden die Filme im Sommersemester 2017 gemeinsam entwickelt und gedreht und im Wintersemester fertig gestellt. „Das sehr aufwühlende Thema der sexualisierten Gewalt gegen Frauen haben fünf Studentinnen der KHM berührend und mitfühlend auf höchst unterschiedliche Weise inszeniert“, sagt Prof. Lars Büchel, der regelmäßig mit gemeinnützigen Organisationen Kooperationen eingeht, um Studierenden die Arbeit an konkreten Beispielen zu ermöglichen und gemeinsam zu erproben, wie wichtige Anliegen mit den Mitteln des filmischen Erzählens in die Öffentlichkeit getragen werden können und wie mit neuen und überraschenden Konzepten die Zuschauer für ein Thema zu gewinnen sind.

medica mondiale unterstützt seit 25 Jahren Frauen und Mädchen in Kriegs- und Krisengebieten, die sexualisierte Gewalt überlebt haben. Das geschieht durch gynäkologische, psychosoziale und rechtliche Unterstützung sowie Programme zur Existenzsicherung und politische Menschenrechtsarbeit. Gefördert werden Frauenorganisationen in Afghanistan, Bosnien und Herzegowina, Burundi, der DR Kongo, im Kosovo, in Liberia, im Nordirak, in Ruanda, Uganda und dem Westbalkan. 2008 wurde die Gründerin der Organisation, Monika Hauser, mit dem Right Livelihood Award, dem sogenannten Alternativen Nobelpreis, ausgezeichnet.

 

Das Interview mit den Regiesseurinnen

Mit Filmkunst gegen Gewalt an Frauen

"Dienstag Abend" - Social Spot gegen häusliche Gewalt.

Regisseurin Hannah-Lisa Paul zeigt in ihrem Film die "perfekte Familie". Doch auch hier passiert häusliche Gewalt. Diese Form der Gewalt gegen Frauen geht durch jede Gesellschaftsschicht: Jede dritte Fraue ist von häuslicher Gewalt betroffen. 

Dienstag Abend Regie: Hannah-Lisa Paul, Bildgestaltung: Kaspar Achenbach

 

"Safe Space" Wie kann über Gewalterfahrungen gesprochen werden?

Wie über sexualisierte Gewalt sprechen? Regisseurin Luka Lara Steffen entscheidet sich in ihrem Film dafür zu zeigen wie sprachlose Momemte zu Humor und Sicherheit werden können - im "Safe Space".

Safe Space, Regie: Luka Lara Charlotte Steffens, Bildgestaltung: Chantal Bergemann

 

"Kraft" Die Geschichte einer Überlebenden sexualisierter Gewalt.

Kraft ist es, was eine Überlebende sexualisierter Gewalt am allermeisten benötigt um mit dem Erlebten umzugehen. Der Film von Sophie Dettmar ist eine Metapher für die Stärke dieser Frauen, den Kampf gegen sexualisierte Gewalt, Frauenrechte und Empowerment. 

Kraft, Regie: Sophie Dettmar, Bildgestaltung: Chantal Bergemann

 

"Tu Lugar" - Wo beginnt Diskriminierung von Frauen in der Gesellschaft?

Was bedeutet es in einer patriarchalen Welt "Raum" einzunehmen? Wo hört Gleichberechtigung auf und wo fängt Gewalt gegen Frauen an? Die junge Regisseurin Agustina Sánchez Gavier beschäftigt sich mit der Frage des Raumverlustes der Frauen in der Gessellschaft und seinen Konsequenzen.

Tu lugar, Regie: Agustina Sanchez Gavier, Kamera:Martin Paret

 

"Für Frauen" - Es sind keine Zahlen, es sind Frauen.

Statistiken zeigen wie allgegenwärtig körperliche und sexualisierte Gewalt an Frauen auch in Deutschland ist. Doch durch die Abstraktion der Zahlen geht schnell das Gefühl für die Realität verloren. Die Regisseurin Jelena Ilic ruft ins Gedächtnis: "Es sind Frauen, keine Zahlen".

Es sind Frauen, keine Zahlen, Regie: Jelena Ilic, Bildgestaltung: Philipp Künzli

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